SPD macht sich auf den Weg in eine Gesellschaft ohne Tierversuche

Svenja Stadler, MdB Bild: © Susie Knoll

Seit Jahren belegt Deutschland in Europa einen der vordersten Plätze bei der Anzahl an Tierversuchen. Um zu erörtern, inwieweit sich Tierversuche durch alternative Versuchsmethoden verringern oder ganz abschaffen lassen, und wie das gehen könnte, veranstaltete Svenja Stadler, SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Harburg, ein Fachgespräch im Bundestag. Die eingeladenen SPD-Bundestagsabgeordneten um Svenja Stadler befragten dazu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in diesem Bereich forschen.

„Ich habe in meinem Wahlkreis die Auseinandersetzung um das LPT-Tierversuchslabor in Mienenbüttel begleitet, in dem elementare Tierschutzstandards verletzt worden sind. Hier müssen wir dringend gesetzlich nachsteuern“, begründet die Abgeordnete, warum sie sich im Bundestag für Versuchstiere einsetzt. Das Fachgespräch hat gezeigt, dass ein sofortiger Ausstieg aus Tierversuchen nicht machbar ist. Umso wichtiger ist es, sie weiter zu reduzieren – mit einem Ausstieg als Ziel. „Dazu braucht es einen detaillierten Ausstiegsplan, den wir erarbeiten wollen“, kündigt Svenja Stadler an. Erste Schritte können sein, dass es dort keine Tierversuche mehr geben darf, wo es wissenschaftlich geprüfte Alternativmethoden gibt, um wissenschaftliche Fragen zu
klären oder die Gefährlichkeit von Stoffen für den Menschen zu bewerten. Über eine Million Tiere mussten 2017 EU-weit den höchsten Grad an Schmerzen erleiden. „Auch diese schwerstbelastenden Tierversuche wollen wir gesetzlich ausschließen“, fordert Svenja Stadler.

Unverzichtbarer Teil eines Ausstiegsplans sind tierversuchsfreie Alternativmethoden, die Tierversuche ersetzen. Hier sieht die SPD-Bundestagsfraktion nach wie vor großen
Handlungs- und Forschungsbedarf. Es müssen Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Alternativmethoden stärker gefördert werden – finanziell, in der Ausbildung
von Nachwuchswissenschaftlern oder institutionell an Universitäten. So schnell wie möglich müssen die behördlichen Kontrollen von Tierversuchslaboren rechtlich verbindlich erhöht werden, auf mindestens einmal jährlich, und das unangekündigt. „Das haben insbesondere die unhaltbaren Zustände im LPT-Labor in Mienenbüttel gezeigt“, unterstreicht Svenja Stadler. In Fällen, in denen Tierversuche bisher nur anzeigepflichtig sind (z.B. im Rahmen der Arzneimittelzulassung oder zu diagnostischen Zwecken), müssen sie genehmigungspflichtig werden.

Die Erkenntnisse des Fachgespräches sollen nun genutzt werden, um den Druck auf das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium zu erhöhen, ein schlüssiges Konzept für
eine schnellere Reduzierung von Tierversuchen vorzulegen und auch umzusetzen. Aber auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist in der Pflicht, die Alternativmethoden deutlich umfassender zu fördern.