Attraktivität der dualen Ausbildung muss verbessert werden

Gestern hat die Bertelsmann-Stiftung ihren Ländermonitor zur beruflichen Bildung 2015 vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass die berufliche Ausbildung an Zuspruch verliert. In Zeiten rückläufiger Bewerberzahlen müssen wir daher die Leistungsfähigkeit der beruflichen Ausbildung verbessern. Daher setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion auch weiterhin dafür ein, dass Bund, Länder und Universitäten daran arbeiten, die Lehre und Forschung der universitären Berufsschullehrer-Ausbildung zu stärken.

Rainer Spiering, MdB

„Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die duale Ausbildung unter Druck steht. Flächendeckend sinkt sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Dabei kristallisieren sich zwei Gruppen heraus, die es besonders schwer auf dem Ausbildungsmarkt haben: Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Da sind die Betriebe gefragt, es auch mal mit jungen Menschen zu versuchen, die auf den ersten Blick nicht die perfekten Voraussetzungen mitbringen. Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung hat die Große Koalition einen großen Schritt getan, um unser Ausbildungssystem fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft. Es müssen jedoch weitere Initiativen folgen.

Wichtig für die Förderung gerade leistungsschwacher Jugendlicher ist die enge Zusammenarbeit mit den Berufsschulen; neben den Betrieben der zweite wichtige Lernort für die Auszubildenden. Um die Leistungsfähigkeit der Berufsschulen weiterhin zu gewährleisten, bedarf es gut ausgebildeter Lehrer, denn die Qualität der universitären Ausbildung hat sich in den letzten Jahren eher verschlechtert, da die Berufsschullehrerausbildung nicht überall im Fokus der Universitäten steht. In den letzten zwei Jahrzehnten kam es zu einem teilweise drastischen Abbau von Studiengängen und wissenschaftlichem Personal; mit der Folge, dass eine fundierte berufspädagogische Forschung nicht mehr möglich ist. Auch eine umfassende fachdidaktische Ausbildung ist so nicht machbar.“