Barchmann begleitet den Bundespräsidenten zum Weltkriegsgedenken nach Frankreich und Belgien „Wer sich kennt, schießt nicht aufeinander“

Auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck nahm der stellvertretende Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag Achim Barchmann am zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich und Belgien mit den Gedenkfeiern anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren teil.

Achim Barchmann (1. v. r.) bei der gemeinsamen Gedenkveranstaltung mit dem französischen Präsidenten Hollande und Bundespräsident Gauck

Delegationen aus 80 Ländern gedachten bei der großen Gedenkfeier zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs am Montag in Lüttich in Belgien gemeinsam der Toten der Jahre 1914 bis 1918 und beschworen die Verantwortung der heutigen Politikergeneration. Achim Barchmann äußerte sich nachdenklich hinsichtlich der aktuellen Konfliktherde rund um die Europäische Union: „Wir leben seit Jahrzehnten in Frieden in Europa. Das ist alles andere als selbstverständlich. Die aktuellen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten verdeutlichen uns dies.“ Aus seiner Sicht kann Frieden nur dann dauerhaft sein, wenn man es schafft, das zuvor erlittene Leid und die Schuldfrage hinter sich zu lassen und den Blick auf zukünftige Herausforderungen zu richten. Gerade Deutschland könne hinsichtlich der nach dem Zweiten Weltkrieg schnell erfolgten Wiedereinbindung in die europäische Staatengemeinschaft mit Dankbarkeit auf den Umgang der früheren Kriegsgegner in der Schuldfrage zurückblicken. „Diese positiven Erfahrungen gilt es heute weiterzugeben. Mit Weitsicht und Verantwortung sollten wir deshalb auch bei aktuellen Konflikten darauf hinarbeiten, die Konfliktparteien zueinander zu führen. Wer miteinander spricht und sich kennt, der schießt nicht aufeinander“, so Barchmann.

Am 3. August 1914 hatte das Deutsche Kaiserreich Frankreich den Krieg erklärt und noch am selben Tag kam es zu ersten Kampfhandlungen zwischen den damaligen „Erbfeinden“. Tausende junge Leute zogen mit patriotischer Begeisterung in den Krieg. Allein 30.000 französische und deutsche Soldaten ließen in den wohl blutigsten und sinnlosesten Kämpfen des Krieges ihr Leben – am Hartmannsweilerkopf, einem 956 Meter hohen Vogesen-Hügel zwischen Colmar und Mulhouse. Allein im ersten Jahr des Krieges wechselte die auf der Bergspitze wehende Fahne acht Mal, je nachdem ob gerade die deutschen oder französischen Truppen diesen Teil des strategisch wichtigen Hügels erobert hatten.

An eben diesem Ort wurde nun gemeinsam der Grundstein für eine deutsch-französische Erinnerungsstätte gelegt. Daran nahmen nicht nur Kriegsveteranen, Regionalpolitiker und Soldaten der deutsch-französischen Brigade teil, sondern auch hunderte Jugendliche unserer beiden Länder.

Wie Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Staatsoberhaupt Francois Hollande mahnt auch Achim Barchmann im Rückblick auf die Gräuel des Ersten Weltkrieges: „Populistischen Strömungen, die mit antieuropäischen Parolen Stimmung machen, muss entschieden entgegengetreten werden. Die Europäische Union ist eine Lehre aus den Auseinandersetzungen der beiden Weltkriege. Über die gemeinsamen Institutionen haben es die europäischen Staaten geschafft, gegenseitige Vorurteile in das Motto ‚Einheit in Vielfalt‘ zu überführen.“ Gerade als stellvertretender Vorsitzender des Europaausschusses im Deutschen Bundestag ist Barchmann deshalb auch absolut einer Meinung mit Bundespräsident Gauck, wenn dieser es in seiner Rede als eine der wichtigsten Aufgaben bezeichnet, „den tiefen und geradezu lebenswichtigen Sinn“ der EU und ihrer Institutionen immer wieder zu verdeutlichen.