Schwanholz: „Europäische Zusammenarbeit muss in guten wie in schlechten Zeiten gelten“

Zum heutigen Europatag erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete und Europa-Experte Dr. Martin Schwanholz: "Aller Krise zum Trotz sollte der 9. Mai daran erinnern, wie wertvoll die europäische Einigung für uns alle ist."

Dr. Martin Schwanholz

"Am 9. Mai, dem Europatag, feiern wir den Geburtstag der Europäischen Union. Vor 62 Jahren hat der französische Außenminister Robert Schuman in seiner Pariser Rede die Grundidee der Europäischen Union entwickelt. Seine Idee war ebenso simpel wie revolutionär: Kohle und Stahl, das heißt die Grundrohstoffe für die damalige militärische Rüstung, sollten durch ein europäisches Gemeinschaftsorgan verwaltet werden und damit die Gefahr nationaler Aufrüstungen und Kriege an der Wurzel gepackt werden. Durch Vernetzung und Vergemeinschaftung wurde der Frieden in Europa ermöglicht.

Für mich ist die EU eine einzigartige Errungenschaft, die mit dem heutigen Tag gewürdigt wird. Die EU ist die Antwort auf jahrhundertelange nationale Rivalitäten, Egoismen und Alleingänge und ermöglicht uns allen ein Leben in Freiheit. Historisch betrachtet ist es für unseren Kontinent gar nicht hoch genug zu bewerten, dass sich unsere junge Generation nicht mehr in Schützengräben begegnet, sondern gemeinsam studiert, reist und arbeitet.

Neben Frieden und Freiheit hat die EU auch unseren Wohlstand bewirkt. Gerade für uns Deutsche hat der gemeinsame Binnenmarkt und der Euro als unsere gemeinsame Währung großen Nutzen bewiesen. Das müssen wir uns auch in den aktuellen Krisenzeiten vor Augen führen. Denn unsere europäische Zusammenarbeit muss in guten wie in schlechten Zeiten gelten. Deswegen haben insbesondere die Länder Südeuropas unsere Solidarität verdient. Helfen wir ihnen, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen, sichern wir auch unseren eigenen Wohlstand."