FISCHEREIPOLITIK BRAUCHT ZUKUNFT

An der niedersächsischen und bremischen Küste ist die Fischerei traditionell verwurzelt. Nur hier bildet sich das gesamte Spektrum der Fischerei, von kleinen Binnen- und Küstenfischern bis hin zu großen Hochseefischern, ab.
Von den niedersächsischen Häfen und Bremerhaven aus werden die Fangebiete vor Helgoland genauso angefahren wie die Fischgründe vor Norwegen und Grönland. Diese Vielfalt zeigt sich auch in den Fängen. Neben Seelachs, Scholle, Kabeljau und Hering hat die Nordsee-Krabbe einen ganz besonderen Stellenwert an der Nordseeküste und darüber hinaus. So unterschiedlich die Fischereien sind, so unterschiedlich ist auch die Struktur der Betriebe. Zum einen gibt es zahlreiche Familienbetriebe, deren Schiffe nur für wenige Stunden auf See sind, zum anderen gibt es die Betriebe der Hochsee, deren Schiffe mehrere Wochen oder gar Monate unterwegs sind.
Obwohl die Fischimporte seit langem die deutschen Fänge übersteigen, können und wollen wir doch auf keinen Fall auf unsere deutschen Fischer und den selbst gefangenen Fisch verzichten.
FISCHEREI & TOURISMUS
Die zwischen 10 und 20 Meter langen Krabbenkutter prägen maßgeblich das Bild der niedersächsischen Küstengemeinden. Viele Touristen nehmen das Bild eines Krabbenkutters mit seinen an den Seiten hängenden Netzen mit nach Hause. Und auch Bremerhaven wird nicht umsonst „fishtown“ genannt. Die übergreifende Bedeutung der Fischerei für den Tourismus wird aber noch immer verkannt.
Hier wollen wir Akzente setzen, denn Fischer und der Tourismus können und sollen gleichsam davon profitieren. Aufgrund verschiedener Bestimmungen dürfen Touristen nicht einmal Krabben und Fisch direkt vom Kutter kaufen. Dabei wäre nichts einfacher, als wenn die Kunden den Fisch direkt vom Fischer kaufen könnten.
Gleichzeitig bieten Niedersachsen und Bremen hervorragende Möglichkeiten zum Angeln – ob an der Küste oder an Binnengewässern. In Bremen gibt es noch das traditionelle Stockangeln. Durch das Jahrhunderte alte Stockangelrecht können volljährige Bremer nach Einweisung an bremischen Gewässern angeln.
Aber auch Touristen können mit Gastkarte ihrer Leidenschaft frönen.
FÜR EINE BESSERE FISCHEREIPOLITIK
Wir wollen auch in hundert Jahren noch Fisch essen. Dazu bedarf es einer Fischereipolitik, die der Nachhaltigkeit verpflichtet ist.
Die derzeitige europäische Fischereipolitik hat einige Probleme. Diese gilt es zu beheben.
Innerhalb der Gemeinschaft existieren nach wie vor einige Überkapazitäten, die auch negative Auswirkungen auf die in Niedersachsen heimischen Fischer haben. Diese gilt es abzubauen, damit die Kapazitäten wieder zu den vorhandenen Ressourcen passen.
Deutschland hat seine Kapazitäten bereits abgebaut und den Deutschland zustehenden Ressourcen angepasst. Einem deutschen Anteil an den Fangmöglichkeiten der EU von rund 8% stehen nur rund 3% an der europäischen Flotte gegenüber.
Gleichzeitig muss die Datenlage über die einzelnen Fischbestände wesentlich verbessert werden. Noch immer existieren nur bei einem kleinen Teil der Bestände ausreichend Daten für eine Bestandsschätzung.
Außerdem muss es flächendeckend Kontrollen und bei Verstößen einheitliche Sanktionen geben.
Bevor übereilt neue Maßnahmen getroffen werden, sind diese Probleme zu beheben.
Schwarzfischerei muss unbedingt bekämpft werden. Sie verkleinert unkontrolliert die Ressource Fisch.
Ihr/Euer
Holger Ortel, MdB






